Gold als Inflationsschutz?!

Was tun bei steigender Inflation im Euroraum? Bietet Gold einen ausreichenden Schutz? Wie sollte man sich aufstellen?

Du fragst dich bestimmt auch, wie du dich am besten vor Inflation schützen sollst. Ich teile dir in dem folgendem Beitrag ein paar Gedanken von mir mit.

Die Finanzmärkte sind seit längerem schon in einem desolaten Zustand. Immer noch mehr Schulden führen zum Unausweichlichen. Irgendwann müssen diese Schulden beglichen werden. Wann? Das kann niemand vorhersehen.

Ich bin der Meinung, dass ein reines passives Investieren nicht mehr zeitgemäß ist. Eine Sicherheitsstrategie sollte sich jeder zurecht legen. Auch ein Blick in die Vergangenheit schadet nicht, um sich für die Zukunft zu rüsten.

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  • Was waren Assets die in der Vergangenheit bei steigender Inflation eine positive Rendite erwirtschaftet haben?

Um dieser Frage nachzugehen, möchte ich erst noch vergegenwärtigen, was eine Inflation von 15% mit deinem Sparguthaben macht. Aus 100€ bleiben bei 15% Inflation innerhalb von 5 Jahren noch ganze 44,40€. Grund genug, um sich um Sachanlagen zu kümmern. In der Vergangenheit waren das unter Umständen Assets die sich besser geschlagen haben als Andere.

Die Assetklasse gibt es meines Erachtens nicht. Nachfolgend führe ich einige Assets auf, die einen gewissen Inflationsschutz bieten könnten. Diversifikation ist der Schlüssel zum Erfolg, denn niemand weiß wie die nächste Finanzkrise ausgehen wird.

Asset-Klassen

Hier möchte ich einige Asset-Klassen aufführen mit meiner Einschätzung dazu:

Fremdwährungen

Fremdwährungen sind durch die verschuldeten Staaten rund um die Welt keine sehr gute Alternative, selbst die Schweiz ist davon nicht ausgenommen. Zusätzlich ist hier mit den früheren Fluchtgeldern eine Überbewertung zu sehen. D.h. diese muss auch irgendwann wieder abgebaut werden. Ich selbst halte jedoch auch einen gewissen Anteil in CHF, würde aber nicht meine ganzen Ersparnisse eintauschen.

Aktien

Grundsätzlich gehören Aktien zum Sachvermögen, aber auch da drohen inflationsbedingt hohe Verluste. In den 70igern verlor der S&P500 auf Monatsbasis bis ins Jahr 1982 über 60%. Was hier aber zu Berücksichtigen ist, dass die Verschuldung damals geringer war als die US-Aktien in Bezug auf das BIP (damals 30%; heute 200%). Dimitri Speck geht in seinem Buch „Die größte Finanz-Blase aller Zeiten“ von einem Abwärtspotential von über 85% aus. Ob das so kommen wird – ???. Demnach sind auch Aktien nicht der 100%ige Inflationsschutz.
Es gibt jedoch Branchen die von der Inflation profitieren, dazu zählt grundsätzlich der Rohstoffbereich. Rohstoffproduzenten von Rohöl, Basis- und Edelmetallen oder Agrarrohstoffe sind hier zu nennen.

Immobilien

Immobilien bieten meines Erachtens begrenzten Schutz. Die Gefahr eines dritten Lastenausgleichs (vgl. 1924 Hauszinssteuer/Gebäudeentschuldungssteuer oder 1952 Lastenausgleichgesetz) ist mit der heutigen Regierung nicht undenkbar. Irgendwo muss das Geld ja herkommen und der Druck auf Immobilieneigentümer könnte noch größer werden. Bei Immobilien kommt es natürlich immer auf die Lage an. A- und B-Lagen werden auch in kritischen Zeiten nicht unbedingt schlecht gestellt sein, während ländliche Regionen wahrscheinlich mit weitaus höheren Abschlägen zu kämpfen haben. Grundsätzlich ist aber eine selbstgenutzte Immobilie bzw. Immobilien zur Diversifikation kein schlechtes Instrument um der Inflation entgegenzuwirken. Auf die Gewichtung des Gesamtportfolios kommt es aber immer an.

Kryptowährungen

Bei Kryptowährungen gibt es 2 Lager. Ich gehöre irgendwie dazwischen. Ich bin kein 100%iger Befürworter, aber auch kein 100%iger Gegner. Daher ist es in meinem Portfolio im niedrigen einstelligen %-Bereich gewichtet. Wovon ich aber überzeugt bin, dass die einzige Kryptowährung die tatsächlich (zumindest nach heutigen Erkenntnissen) unabhängig ist, der Bitcoin ist. Ich würde daher in keine andere Coin investieren, denn hinter jeder anderen Coin steht eine Institution bzw. Entwickler, die auf Knopfdruck das Projekt ad acta legen können. Da aber Kryptowährungen an sich ein sehr junges Asset ist, ist es sehr volatil und sehr abhängig vom Aktienmarkt. Fällt der Aktienmarkt, fallen auch die Kryptowährungen wie man es aktuell sehen kann. Daher ist es als Inflationsschutz meines Erachtens kaum geeignet.

Ich persönlich investiere in Krypton bei dem deutschen Anbieter Bison, dahinter steht die Börse Stuttgart. Mit der Eröffnung über den Link erhalten wir beide 15€ in Bitcoin wenn du mindestens 50€ in den ersten 30 Tagen investierst.

Edelmetalle wie Gold, Silber, …

Dadurch, dass niemand weiß wie lange die Inflation dauert, ist es meines Erachtens immer wichtiger den Gelderhalt sicherzustellen. In den letzten Jahren gab es ja fast nur eine Richtung (ausgenommen die Corona-Krise). Aber selbst der Rücksetzer während Corona wurde in kürzester Zeit pulverisiert. Das wird aber meines Erachtens nicht so bleiben. Schaut man in die Vergangenheit, dann ist Gold besonders aussichtsreich. Zumindest wenn man die 70iger Jahre genauer betrachtet. Ich möchte die 4 grandiosen Eigenschaften von Gold nochmals herausstellen:

  • Gold ist unter den Sachwerten relativ liquide (vgl. zu Immobilien).
  • bei Gold können die Gegenparteien (Banken) nicht Konkurs gehen
  • Gold kann nicht beliebig vermehrt werden (z.B. ggü. kreditbasierten Währungen wie z.B. EUR, USD)
  • Gold ist staatsunabhängig bzw. staatenübergreifend

Lediglich Gold hat diese Eigenschaft und in kleinerem Maße Silber. Gegenüber den kreditbasierten Währungen hat das Edelmetall nicht die Nachteile der Währungen (Geldentwertung, Konkurs,…). Ich gehe davon aus, dass auch Gold in Zukunft seine Wertspeicherfunktion beibehält. Das hat es die letzten tausende Jahre auch getan.

Gold gerät unter Druck wenn der Realzins mit der Inflationsrate steigt. Denn dann wird Gold unattraktiv, da Gold keine Zinsen zahlt. Da jedoch die Verschuldung der Staaten, Unternehmen und private Haushalte relativ hoch sind, können die Zentralbanken nicht massiv die Zinsen erhöhen. Daher sehe ich Gold als attraktives Investment, weniger als arbeitendes und cashflow-erzeugendes Vehikel, sondern eher als Instrument des Gelderhalts. Und ich bin überzeugt, dass die Stabilität des Euros weiterhin verliert und das investierte Kapital in Gold dadurch nicht weniger wird.

Ein oft gehörtes Argument des Goldverbots sehe ich nicht. Man kann es zwar nicht zu 100% ausschließen, aber die Ausgangssituation 1933 in den USA war eine andere. Damals war der USD in Gold gedeckt (Goldstandard). Es drohte damals in der deflationären Weltwirtschaftskrise ein Banken-Run. Da damals nicht genügend Gold zur Verfügung stand, wenn alle Gold gefordert hätten, hat damals Franklin D. Roosevelt das Goldverbot entschieden.
Wie gesagt, ein Goldverbot könnte aber dennoch kommen, sei es aus ideologischen Gründen – da ist die heutige Regierung ja besonders gut darin (vgl. Energie, Klima, Corona) oder um das schlechte Geld durch Ausschaltung eines attraktiven Wettbewerbes besser erscheinen zu lassen.

Das Gold-Silber-Ratio gibt an, inwiefern Gold oder Silber gegenüber diesen beiden Edelmetallen überbewertet ist. D.h. wenn die Kennzahl 100 anzeigt, bedeutet es, dass man 100 Unzen Silber für eine 1 Unze Gold erhält. Demnach ist Silber gegenüber Gold unterbewertet, da im Schnitt der letzten 50 Jahre eine Kennzahl von ca. 61,3 der Durchschnitt ist. D.h. aber nicht unbedingt, dass Silber günstig ist.

Gold Silber Ratio von GOLD.DE

Fazit

Demnach kann ich abschließend zusammenfassen: Gold, Energierohstoffe, Basismetalle, Agrarrohstoffe und Goldminen profitierten im Inflationsumfeld besonders. Ich lege aktuell meinen Fokus auf Gold- und Silber-Invests (physisch, ETCs aber auch Goldminen) und Rohstoffunternehmen. Grundsätzlich sehe aber auch die Pharma-Branche und den täglichen Konsum als guten mittelfristigen Baustein. Mein Gesamtportfolio ist aber weiterhin diversifiziert, ich werde jetzt nicht Tech-Aktien abbauen, sondern eher die Sparpläne anpassen und mich auf bestimmte Branchen fokussieren.

Meine aktuelle Asset-Klassifizierung ist wie folgt. Da habe ich noch Spielraum für Edelmetall Zukäufe, aus meiner Sicht möchte ich mind. auf erstmal 5% aufstocken. Je nach Marktlage in 2023 wird sich der Anteil dann in Richtung 10% erhöhen oder eben gleich bleiben.

Aktuell sind meine Wertpapiere in folgende Branchen diversifiziert. Auch hier sehe ich noch eine Untergewichtung bei Rohstoffen und eine Übergewichtig im Finanzwesen + Informationstechnologie. Versorgung bin ich auch untergewichtet, aus meiner Sicht.

Was meinst du? Wie sollte man für das kommende Jahr bzw. mittelfristig (die nächsten 3 Jahre) investiert sein? Schreibe es in die Kommentare.

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